Räumliche Bedingungen

Das Objekt befindet sich im nordwestlichen Teil der Stadt Merseburg, dem so genannten „Fliegerstädtchen“, einem sanierten Gelände der ehemaligen russischen Streitkräfte. Das Haus „Domizil“ ist ein mehrgeschossiges Wohngebäude mit großem Freigelände.

Die Einrichtung verfügt neben acht Einzelzimmern vorrangig über Doppelzimmer, die dem Charakter des Hauses entsprechend zweckmäßig aber dennoch wohnlich eingerichtet sind.

Die persönliche Atmosphäre in den Zimmern der Heimbewohner wurde über die individuelle Gestaltung – sofern dies möglich war – erreicht. Dabei wurden zum einen persönliche Gegenstände eines jeden Einzelnen (Einbeziehung von Angehörigen  bzw.  Kontaktpersonen) und zum anderen Gegenstände aus zahlreichen Spenden verschiedenster Quellen verwendet.

Der Kapazität der Einrichtung von 40 Plätzen entsprechend sind Speise- und Gemeinschaftsräume sowie Therapieräume vorhanden. Die Schaffung eines Fitnessbereiches, sowie einer Werkstatt ist erfolgt. Weiterhin werden Personalräume, Heimleiterzimmer, Räume für Einzel- und Gruppentherapien sowie ein Raum für medizinische Belange und ein Funktionsraum (Krankenzimmer) vorgehalten.

Dem Personal stehen ausreichend EDV-Arbeitsplätze zur Verfügung, die im Rahmen der Qualitätssicherung eingerichtet wurden.

Personal

Das Leitungsteam setzt sich aus einer leitungserfahrenen examinierten Krankenschwester, die zusätzlich über die Qualifikation zur examinierten Altenpflegerin sowie zur Lehrerin für Pflegeberufe verfügt, und einer Diplompsychologin mit Schwerpunkt Klinische Psychologie zusammen.

Des Weiteren ist vorrangig therapeutisch-pädagogisches Personal im Haus tätig, darunter zwei staatlich anerkannte Ergotherapeuten. Im Rahmen der hauswirtschaftlichen Trainingsmaßnahmen, nehmen auch die im Wirtschaftsdienst eingesetzten Mitarbeiter anleitende Funktionen wahr.

Die medizinische Betreuung wird durch einen dem Sozialen Betreuungswerk angehörigen ambulanten Pflegedienst mit examinierten Fachkräften sowie den jeweiligen Haus- und Fachärzten gewährleistet.

Unser  Haus verfügt über 15,05 Planstellen für Verwaltungs-, Betreuungs- und Wirtschaftspersonal.

Durch den Kontakt zur Fachhochschule Merseburg, der Universität Halle-Witttenberg, diversen Bildungsträgern und Fachschulen absolvieren Studenten und Auszubildende ihre Praktika in unserem Haus, so dass in diesem Rahmen eine Erweiterung des Betreuungsangebotes möglich ist.

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„Die Brücke“ – Betreutes Wohnen nach SGB XII am Haus „Domizil“ Merseburg

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Grundsätze

Erfahrungen in der Suchtkrankenhilfe haben gezeigt, dass chronisch mehrfach geschädigte Abhängigkeitskranke auch nach längerem Aufenthalt in einer stationären Einrichtung, wie das „Haus Domizil“, einer weitergehenden professionellen Betreuung bedürfen, wenn sie das Haus geplant verlassen.

„Die Brücke“ gewährt ihren Bewohnern den Status eines Heimbewohners nach SGB XII und gleichzeitig die Bedingungen eines individuellen Wohnumfeldes mit eigenen Verantwortungsbereichen unter Beibehaltung der Sicherheit der betreuten Wohngemeinschaft.
Das betreute Wohnen „Die Brücke“ stellt eine wichtige Ergänzung der nachsorgenden Suchtkrankenhilfe als Bindeglied zwischen stationärer Nachsorge und ambulanten Betreuungsangeboten dar.

Zielstellung

Ziel der Nachsorge ist es, die erreichten Ergebnisse der therapeutischen Arbeit des Hauses „Domizil“ zu festigen und den möglichen sozialen Wiedereinstieg ins gesellschaftliche Leben außerhalb der Heimbetreuung zu fördern und zu unterstützen.

Die Betreuung wird den persönlichen Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Bewohner angepasst und dabei werden die  positive Entwicklung, Fortschritte, Stagnation und auch Rückschläge berücksichtigt. Starre programmatische Vorgaben sind hierbei eher hinderlich, so dass flexibel auf die psychischen und physischen Schwankungen zu reagieren ist.

Das Leitmotiv lautet: „Hilfe zur Selbsthilfe“, um die Bedürfnisse nach Selbstständigkeit,  mit dem Ziel eines eigenständigen, zufriedenen und abstinenten Lebens, zu stärken.

Zielgruppe

In der „Brücke“ werden Menschen mit seelischen Behinderungen infolge Sucht nach einem erfolgreichen Aufenthalt in einer stationären Einrichtung betreut.

Träger des betreuten Wohnens

Der Träger der „Brücke“ ist die Soziale Betreuungswerk gGmbH mit Sitz in Merseburg, Zeppelinstraße 1.

Zwischen dem überörtlichen Träger der Sozialhilfe und der SBW gGmbH ist eine Vereinbarung über Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen sowie über die dafür zu entrichtenden Entgelte getroffen worden.

Aufnahmeverfahren und Aufenthaltsbedingungen

Grundsätzliches

Ins  betreute Wohnen „Die Brücke“ werden seelisch Behinderte infolge Sucht aus dem Haus „Domizil“ aufgenommen, für die nach therapeutischer Stellungnahme die Versorgung innerhalb des betreuten Wohnens angezeigt ist.

Das vorhandene und weiter geltende Grundanerkenntnis sowie die gültige Kostenzusage des überörtlichen Trägers der Sozialhilfe bildet die Grundlage für die Aufnahme.

Weitere Aufnahmekriterien sind:
●    persönlicher Antrag des Heimbewohners
●    Akzeptanz der Vereinbarung zur  Überlassung eines Wohnplatzes im betreuten Wohnen durch den Bewerber
●    Akzeptanz des Abstinenzgebotes durch den Bewerber
●    ein abstinenter Aufenthalt des Bewerbers im Haus „Domizil“
●    Entscheidung des Teams über die Eignung des Heimbewohners

Kontraindikationen
●    Pflegebedürftigkeit
●    schwere psychische Störung

Ausstattung

Sächliche Ausstattung

Die SBW gGmbH stellt geeignete Wohnungen mit geeigneten Wohnräumen, Bad/Dusche mit WC, Küche und Bewohnerräumen (Einzelzimmern) zur Verfügung. Die Wohnungen sind mit allen Dingen des täglichen Bedarfs ausgestattet, dabei ist das Mitbringen kleinteiligen Eigentums nach Absprache möglich.

Personelle Ausstattung

Entsprechend der Vereinbarung mit dem überörtlichen Sozialhilfeträger ist die Betreuung von 10 Bewohnern durch eine Fachkraft sicherzustellen. Der Kontakt zum „Haus Domizil“ und den dort beschäftigten Mitarbeitern wird ständig aufrechterhalten.

Betreuungsleistungen

Verpflegung

Der Einkauf und die Zubereitung der Verpflegung erfolgt selbstständig und individuell in jeder Wohneinheit durch die Bewohner des betreuten Wohnens. Der Betreuer bietet hierbei je nach Bedarf Unterstützung bei der Planung – insbesondere der finanziellen Gesichtspunkte – und der Zubereitung.

Am Monatsanfang erfolgt die Auszahlung des in der Entgeltvereinbarung mit dem überörtlichen Träger der Sozialhilfe festgelegten Verpflegungssatzes an jeden Bewohner, der dieses auf einem Formblatt bestätigt.

Wäscheversorgung / Reinigungsmittel

Sowohl Bett-, Tischwäsche und Handtücher als auch Reinigungsmittel werden durch den Träger der Einrichtung gestellt.
Die Reinigung der Wohnungen erfolgt selbstständig durch die Bewohner unter Anleitung und Kontrolle des Betreuers.

Medizinische Versorgung

Ärztliche Versorgung
Eine umfassende ärztliche Versorgung wird durch das Hausarztprinzip gewährleistet. Dabei leistet der Betreuer bei Terminabsprachen Hilfestellungen, bei Bedarf werden die Bewohner vom Betreuer dorthin begleitet oder zum Hausbesuch angemeldet.

Medikamentenversorgung
Die Rezepteinlösung, Medikamentenaufbewahrung sowie die Einnahme erfolgen selbstständig durch den jeweiligen Bewohner. Der Betreuer begleitet den Prozess lediglich kontrollierend und notfalls unterstützend.

Versorgung im Krankheitsfall
Bei Erkrankungen erfolgt die Versorgung über das Hausarztprinzip bzw. über die Einweisung in ein Krankenhaus. Bei einfachen Erkrankungen kann die Betreuung durch den Mitarbeiter des betreuten Wohnens gewährleistet werden.

Therapeutische Betreuungsleistungen

Problemstellung

Entsprechend der Spezifik des betreuten Wohnens müssen die Bewohner schrittweise in die „abstinente“ Selbstständigkeit geführt werden. Da die Bewohner der „Brücke“ ehemalige Bewohner des Hauses „Domizil“ sind, bezieht sich der erste Schritt, der gemeinsam unternommen wird, darauf, die Klienten vom sozialen Umfeld „Heim“ in das relativ selbstständige und nicht durch Gruppencharakter geprägte Umfeld „Wohnung“ zu überführen.

Die Fähigkeit zur selbstständigen Gestaltung des sozialen Umfeldes und der Freizeit erreicht hier einen höheren Stellenwert als noch im Heim. Die Betreuung muss den Bewohner befähigen, persönliche Interessen und Hobbys zu finden bzw. aufrecht zu erhalten, persönliche Kontakte zum sozialen Umfeld außerhalb der Einrichtung zu knüpfen sowie persönliche Konflikte auszuhalten, Hilfen anzunehmen und einzufordern. Hierbei steht vor allem die Stabilisierung und der Ausbau der im Haus „Domizil“ bereits erworbenen Fähigkeiten in diesem bereich im Vordergrund.

Therapeutische Ansätze

Die therapeutischen Angebote sind dem individuellen Hilfebedarf eines jeden Bewohners angepasst und knüpfen an die Ergebnisse der vorangegangenen Therapiemaßnahmen im Haus „Domizil“ an.
Dabei umfassen sie regelmäßige Einzel- und Gruppengespräche sowie sozialtherapeutische Therapieangebote, bei denen die Bewohner die Möglichkeit haben, sowohl ihre Probleme im Zusammenleben in der Gemeinschaft als auch persönliche Schwierigkeiten angemessen zu reflektieren und zu bearbeiten.

Die sozialtherapeutische Arbeit umfasst neben der Betreuung und Begleitung hinsichtlich der Erreichung und Stabilisierung einer abstinenten Lebensweise auch die Integration in die Gesellschaft. Hierbei bilden vor allem die Orientierung in der Behördenwelt sowie die Vermittlung von Ideen zur aktiven Freizeitgestaltung im Mittelpunkt.

Die sozialtherapeutischen Angebote lassen sich in Maßnahmen zum Aufbau lebenspraktischer Kompetenzen – tagesstrukturierende Maßnahmen – und in Maßnahmen zum Aufbau sozialer Kompetenzen differenzieren. Die konkreten Betreuungsinhalte sind grundsätzlich einzelfallbezogen und erfolgen nach gemeinsamen Gesprächen zwischen Betreuern und Bewohnern. Die Umsetzung wird in Wochenplänen dargelegt und standardisiert dokumentiert.

Eine besonders große Bedeutung wird der psychischen und physischen Stabilisierung beigemessen, die  über arbeitstherapeutische Maßnahmen einen größtmöglichen individuellen Grad erreichen soll.
Die Art und der Umfang der Maßnahmen richten sich nach den psychischen und physischen Beeinträchtigungen des Bewohners und ist für ihn obligatorisch.

Prinzipiell besteht das Bemühen des Trägers darin, arbeitstherapeutische Angebote außerhalb des eigentlichen Wohnbereiches zu unterbreiten.

Als arbeitstherapeutische Maßnahmen sind zu betrachten:
●    Kontaktpflege und Unterstützung anderer gemeinnütziger Einrichtungen
●    Vorbereitung von „gesellschaftlichen“ Höhepunkten mit Bewohnern des Hauses „Domizil“
●    Reinigungs- und Pflegearbeiten sowie leichte handwerkliche Tätigkeiten im Innen-  und Außenbereich
●    hauswirtschaftliche Tätigkeiten

Räumliche Bedingungen

Das betreute Wohnen „Die Brücke“ gliedert sich in sechs Wohneinheiten, die sich in unmittelbarer Nähe zum Haus „Domizil“ in der Junkerstraße 6-10 befinden.

Ausstattung pro Wohneinheit
●    möblierte Wohnungen
●    jeder Bewohner hat ein Einzelzimmer zur Verfügung
●    gemeinsame Nutzung des Wohnraumes, Küche, Bad/Dusche mit WC bei mehreren Bewohnern pro Wohneinheit
●    zwei Wohnungen bieten die Möglichkeit der alleinigen Nutzung durch jeweils einen Bewohner

Ausstattung gruppenübergreifend
●    eine Wohnung als Büro mit
●     großem Gruppenraum
●     Küche für therapeutische Maßnahmen aus dem bereich der Hauswirtschaft (z.B. kochen, backen)
●    Kellerräume als Bastelwerkstatt
●    Grillplatz

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Übersicht:

1.    Zielgruppe
2.    Zielsetzung
3.    Aufnahmeverfahren und Aufenthaltsbedingungen
4.    Therapieangebote
5.    Einzelne Phasen der Behandlung im ganzheitlichen Modell
6.    Räumliche Bedingungen